Fachhochschule

Die Fachhochschule – auch Hochschule für angewandte Wissenschaften bzw. University of Applied Sciences genannt – bilden eher praxisnah aus, für Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungen.

Fachhochschule

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die Fachhochschule – Aus der Praxis für die Praxis

Die Studenten werden zielgerichtet auf ihre spätere berufliche Tätigkeit vorbereitet. Außerdem fließen die Erfahrungen aus beruflicher Praxis der Professoren und Dozenten in die Ausbildung ein. Das Verhältnis der Studierenden zu ihren Professoren ist intensiver und persönlicher als an der Universität. Das hat zur Folge, dass die Hochschullehrer ihre Studenten gut kennen. Die Vorlesungen und Seminare sind überschaubar und nicht überfüllt. Der Student wird in jeder Phase seiner Ausbildung begleitet. Somit weiß er detailliert, welche Fächer er wann, wo und in welcher Form belegen muss. Also gilt auch: Ein Fehlen bei Vorlesungen oder Seminaren fällt auf.

Stark vertretene Studiengänge sind:

  • Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften
  • Gesundheitsbereich mit Fächern wie Pflege, soziale Arbeit,
  • Wirtschaftsrecht
  • Designstudiengänge

Auch wenn sich die Fachhochschulen aus Gründen des Marketings jetzt häufig nicht mehr FH sondern nur noch Hochschule, oder „University of Applied Sciences“ nennen, am Status einer Fachhochschule nach dem Hochschulrahmengesetz ändert dies nichts.

Regionalität und Zusammenarbeit

Viele Fachhochschulen arbeiten mit der lokalen Wirtschaft zusammen. Die Studenten stammen außerdem häufig aus der Region. Heimatnahes Studieren ist hier einfacher machbar als an Universitäten. Es gibt zwar mehr FHs als Unis, aber Fachhochschulen sind in aller Regel kleiner und überschaubarer als Universitäten. Die durchschnittliche Uni hat viermal so viele Studenten wie eine FH.

Lehrpersonal

FH-Professoren und Uni-Professoren haben beide promoviert. Aber wer an einer FH Professor werden will, muss nach der Doktorarbeit außerhalb der Hochschule gearbeitet haben. So kommt es, dass z.B. der typische BWL-Professor an einer FH vorher Marketingleiter oder Personalchef war, während sein Uni-Kollege eine Forschungskarriere an der Hochschule hinter sich hat. An Universitäten unterrichten neben den Professoren hauptsächlich wissenschaftliche Mitarbeiter, die neben der Lehre forschen. An den Fachhochschulen unterrichten neben den Professoren überwiegend Praktiker, die für ein paar Stunden in der Woche ins Haus kommen und ansonsten einem anderen Beruf nachgehen.

Praxissemester

Eine Besonderheit der FHs ist das sogenannte Praxissemester. Es ist Teil von fast jedem Studiengang. Praxissemester bedeutet: Du machst während des Bachelors vier bis sechs Monate lang ein Praktikum in einem Betrieb und schreibst hinterher darüber einen Praktikumsbericht. Dafür erhältst Du Credit Points. Dies hat zur Folge, dass ein typischer Fachhochschulbachelor sieben Semester dauert – ein Semester mehr als an der Uni.

Zugang zur Fachhochschule

Um an einer Fachhochschule zu studieren, benötigt man die Fachhochschulreife – oftmals wird auch ein fachspezifisches Praktikum als Eingangsvoraussetzung gefordert.